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Praxisprojekte Ideen aus der Praxis zum Nachmachen
Die hier dargestellten Projekte sind von ErzieherInnen durchgeführt worden,
die an der Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten und Hort“ teilgenommen haben.
Wir hoffen, dass diese Projektbeispiele aus den Bereichen Video, Computer, Foto und Radio Sie zum
Nachmachen anregen. Viel Spaß dabei!
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Praxis: Foto
Fotografieren ohne Kamera
Kurzbeschreibung und Ziel:
Die
Kinder lernen den Umgang mit Fotochemikalien, richten sich
ein eigenes Schwarz-Weiss-Fotolabor ein und erstellen u.a.
darin Chemo- und Fotogramme.
Zielgruppe:
- Jungen und Mädchen ab ca. 5 Jahre
Voraussetzung (Hardware, Software, sonstiges Material
etc.):
- Fotolaborausstattung:
- komplett lichtdichter Raum/Kammer (mit schwarzer Folie
und Klebeband abzudichten), wenn möglich mit Wasseranschluss
- Rotlicht (einfache Lampe mit roter Glühbirne aus
dem Fotoladen)
- Vergrößerer
- Fotochemie (Entwickler, Fixierer, Essigessenz)
- Fotopapier
- 4 flache (Foto-)Schalen (für Entwicklerbad, Stoppbad,
Fixierbad und Wasserbad)
- Fotozangen
- Wattestäbchen, Wäscheleine, Wäscheklammern
- diverse Kleinmaterialien für Fotogramme (Schlüssel,
Schere, Büroklammern, Kleinspielzeug etc.)
- ggf. Fotoapparat
Zeitbedarf:
- mehrere Tage, insbesondere für die Vermittlung der
fotochemischen Prozesse
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Beschreibung:
Auch in Zeiten der digitalen Fotografie istdie Arbeit mit
der klassischen Fotolabortechnik und den dazugehörigen
Chemikalien in jedem Falle lohnenswert. Mit geringem Aufwand
lassen sich die fotochemischen Prozesse verdeutlichen und
es entstehen im Labor kunstvolle Bilder.
Zum Einstieg in die Fotoarbeit benötigt man weder einen
Laborraum noch einen Vergrößerer, sondern es
reicht schon aus, Fotochemiekalien – Entwickler und
Fixierer, die in Schalen abgefüllt werden – bereitzustellen.So
lassen sich ganz einfach sogenannte Chemogramme erstellen.Die
Chemikalien werden bei normaler Beleuchtung in die Schalen
gefüllt. In der einen Schale ist Fixierer, in der zweiten
ist Entwickler und in der dritten Schale befindet sich Wasser.
Ein Wattestäbchen, wird nun mit der Fixierflüssigkeit
getränkt und dient als Stift oder Pinsel. Wie mit Geheimtinte
malen die Kinder jetzt ein "Bild" auf das weiße
Fotopapier . Da die Fixierflüssigkeit farblos ist,
sehen die Kinder – abgesehen von den feuchten Spuren
– nicht, was auf dem Papier bereits vorhanden ist.
Das Bild wird dann in die Schale mit dem Entwickler getaucht
und der Entwicklungsprozess beginnt. Das ist besonders spannend,
denn erst jetzt kommt langsam die Zeichnung zum Vorschein,
nach wenigen Sekunden werden die unbemalten Stellen des
Papiers dunkel. Dort, wo Fixierer auf dem Fotopapier aufgetragen
wurde, bleibt das Papier hell, da hier der Entwickler chemisch
nicht ansetzen kann. Anschließend wird das entwickelte
Fotopapier erneut in ein Fixierbad gelegt, denn so bleibt
das Chemogramm auch dauerhaft erhalten. Zum Trocknen wird
das Papier auf eine gespannte Wäscheleine gehängt.
Experimentieren kann man auch, in dem mit der Entwicklerflüssigkeit
malt und das bemalte Papier anschließend in das Fixierbad
legt. Probieren Sie es einfach aus, die Effekte werden die
Kinder und Sie bestimmt verblüffen!
Durch
die Erstellung von Chemogrammen wird auf einfache Weise
die chemische Wirkung der beiden wesentlichen Fotochemikalien
(Entwickler und Fixierer) deutlich. Wenn der Umgang damit
geläufig ist, geht es in die Dunkelkammer. Dort werden
wir nun sogenannte Photogramme erstellen. Dabei wird ein
Gegenstand direkt auf das unbelichtete Fotopapier gelegt,
das Papier wird anschließend ein paar Sekunden belichtet
und dann entwickelt und zum Abchluss fixiert. Als Ergebnis
sieht man dann die Form des Gegenstands auf dem Papier.
Zunächst suchen sich die Kinder einige Kleinmaterialien
zusammen mit denen sie ein Fotogramm erstellen wollen. Dies
können Spielzeugfiguren, Bauklötze, Büro-
oder Küchengegenstände sein. Genauso eignen sich
auch Naturmaterialien (Blätter, Gräser etc.) und
alles andere, was von der Größe her auf ein Fotopapier
passt. In Kleingruppen gehen die Kinder nun mit ihren Gegenständen
in die Dunkelkammer/das Fotolabor. Dieser Raum muss komplett
zu verdunkeln sein. Einzige Lichtquelle während der
Arbeitsprozesse ist ein spezielles Rotlicht, welches nicht
schädlich für das unbelichtete Fotopapier ist.
So lange noch nicht mit dem lichtempfindlichen Fotopapier
gearbeitet wird und dieses in einer lichtundurchlässigen
Packung und Schublade verstaut ist, kann das Hauptlicht
natürlich noch an bleiben. Am Vergrößerer
wird mit Hilfe der Linse das gebündelte Licht scharf
gestellt und etwas größer als das Fotopapier
eingestellt. Sind alle Vorbereitungen getroffen, wird nun
sämtliches weißes Licht aus- und das Rotlicht
als einzige Lichtquelle im Raum eingeschaltet.
Jedes Kind - am besten wird in Kleingruppen gearbeitet,
je nach Raumgröße - legt nun auf die Bühne
des ausgeschalteten Vergrößerers ein Fotopapier
und darauf die vorher ausgesuchten Gegenstände. Nun
wird das Motiv für einige Sekunden belichtet. Das belichtete
Fotopapier wird nun in das Entwicklerbad gelegt. Innerhalb
kurzer Zeit werden die belichteten Stellen schwarz und die
Stellen, auf denen der Gegenstand lag, bleiben hell. Anschließend
kommt das Papier noch kurz in ein Stoppbad (Wasserbad mit
einem Schuss Essig) und danach für ein paar Minuten
ins Fixierbad. Zum Abschluss wird das Bild kräftig
gewässert, um mögliche Chemiereste auszuwaschen.
Nach dem Trocknungsvorgang auf der Wäscheleine ist
das Fotogramm fertig.
Wenn alle Kinder ein Fotogramm erstellt haben, werden die
Ergebnisse der Gruppe präsentiert. Die Kinder können
gegenseitig raten, was für ein Gegenstand auf dem Bild
abgebildet ist. Bei einigen Materialien, die eine markante
Form haben, fällt dies leicht, bei anderen ist der
Ursprung oft gar nicht mehr so einfach festzustellen.
Spannend ist sicherlich die Erstellung von Fotogrammen mit
halb- oder volltransparenten Gegenständen (z.B. eine
Rolle Tesafilm, ein Glaskerzenständer etc.) oder lichtdurchlässig
strukturierten Materialien (z.B. Gardinen- und andere Stoffe).
Ebenso können Formen auf ein normales Blatt Papier
gezeichnet und die Umrisse ausgestochen werden. Dieses löchrige
Blatt Papier wird dann zum Belichten auf das Fotopapier
gelegt. Der Phantasie sind hier natürlich keine Grenzen
gesetzt.
Vielleicht haben ein paar Kinder so viel Interesse an der
Laborarbeit ausgebildet, dass sie nun mit einer Fotokamera
fotografieren wollen um echte Fotos zu vergrößern
und zu entwickeln. Dies ist im Prinzip nur noch ein kleiner
Schritt, da der Unterschied zum Vergrößern von
Negativ-Bildern nur darin besteht, dass keine Gegenstände
auf das Papier gelegt werden, sondern dass ein belichtetes
und entwickeltes Negativ in den Vergrößerer geschoben
wird. Der Vergrößerer projiziert das Negativ
dann auf das Fotopapier, welches nach der Belichtung wie
beim Fotogramm entwickelt wird.
Wenn Fotos entwickelt werden sollen, ist die Anschaffung
eines Vergrößerers unabdingbar. Über Kleinanzeigen,
auf Flohmärkten oder im Internet sollte sich eine gebrauchte
Laborausstattung recht günstig finden lassen, da viele
HobbyfotografInnen auf die Digital-Fotografie umgestiegen
sind und daher ihre zumeist Schwarz-Weiß-Vergrößerer
samt Laborequipement nicht mehr benötigen. Viel Erfolg!
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