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Praxis: Foto
Anregungen und Ideen zum Einsatz der Fotografie (Methodenbausteine)
Spiele zum Einstieg
Der „lebendige“ Fotoapparat
Es werden Zweierteams gebildet: Ein Kind ist der Fotoapparat,
das andere fotografiert mit dem „lebendigen“ Fotoapparat.
Dazu wird der „Fotoapparat“ auf das ausgewählte
Motiv ausgerichtet (Totale, Halbtotale, Nah oder Detail) und
der Fotograf oder die Fotografin drückt auf einen unsichtbaren
Auslöser auf der Schulter des Fotoapparates. Dieser speichert
die Szene/das Bild, merkt sich also, was er gesehen hat. Es
können mehrere Aufnahmen gemacht werden, bevor der „Fotoapparat“
die fertigen Bilder zeigt, also erzählt oder zeichnet,
was „fotografiert“ wurde. Stimmt das überein
mit der Aufnahme, die vom anderen Kind beabsichtigt wurde?
Danach wird gewechselt.
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Kamera-Training
Für manche Kinder ist das Gucken durch den Kamerasucher
noch ziemlich ungewohnt. Mit einer Toilettenpapierrolle oder
einem Stück Papier/Pappe mit einem quadratischen Loch
in der Mitte kann schon mal geübt werden: Was habe ich
denn im Sucher? Wie verändert sich der Ausschnitt, wenn
ich die Kamera weiter weg halte? Und wo sind dann plötzlich
die anderen hin?
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Bilderrätsel
Das soll ein Schwamm sein? Und das ist doch niemals das
Sofa in der Kuschelecke! Oder doch? Das Aufnehmen von Details
aus der näheren Umgebung schult den Blick für Details
und übt den Umgang mit der Kamera. Wenn die Gruppe in
mehrere Kleingruppen unterteilt wird, kann später geraten
werden, was da wohl fotografiert wurde. Ein weiteres Foto
als Auflösung des Rätsels erleichtert anschließend
die Wiedererkennung.
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Die etwas andere Schnitzeljagd
Eine Schnitzeljagd kann auch mit Geräuschen oder Fotos
gemacht werden. Dafür werden auf einer Kassette Geräusche
aufgenommen, die auf dem Weg zum Ziel zu hören sind.
Oder es werden Fotos geknipst von kleinen Details, Ecken,
Besonderheiten auf der zu findenden Strecke. Diese dienen
als Wegweiser. Und, wer ist zuerst da?
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Fotos mit einer Kakaodose... das soll gehen? –
Die Lochkamera
| Materialien Lochkamera |
Materialien Dunkelkammer |
| 1 Kakaodose, kleiner Schuhkarton o.ä. |
Entwickler- und Fixiererlösung |
| schwarzes Tonpapier |
4 Schalen (für angerührte Fotochemikalien
und Bäder zum Wässern der Fotos) |
| schwarzer Fotokarton |
4 Zangen/ Pinzetten o.ä. |
| Alufolie, 1 Stecknadel, 1 Nagel |
Fotopapier |
| Klebstoff, Schere, Stifte |
mehrere Schreibtischlampen
1 normale 25-Watt-Glühbirne
einige Grüngelb- oder Rotlichbirnen |
Sowie: schwarze Teichfolie und Klebeband, um die Fenster
der Besenkammer, des Waschraums oder des MitarbeiterInnenzimmers
abzukleben
- Der Karton wird von innen und außen vollständig
mit schwarzem Tonpapier beklebt.
- Am Dosenboden den Mittelpunkt suchen, in dem man jeweils
von den Ecken ausgehend mit einem Bleistift zwei diagonale
Linien zieht. An dem Punkt, an dem sich die Linien kreuzen,
mit einem Nagel o.ä. ein Loch ganz durch den Boden
durchstechen.
- Dieses von innen mit einem kleinen Stück Alufolie
wieder zukleben, um dann noch mal von aussen – diesmal
ganz fein und klein – ein Loch mit einer Stecknadel
durch die Alufolie zu stechen. So hat man eine kleine Objektivöffnung,
durch die man später gestochen scharfe Bilder machen
kann.
- Vor diesem Objektiv wird nun noch ein kleines Stück
schwarzer Fotokarton als Objektivdeckel befestigt.
- Und der Deckel auf der anderen Seite des Kartons muss
nun ebenfalls noch mit Fotokarton lichtdicht gemacht werden,
denn die herkömmlichen Plastikdeckel, mit denen Kakaodosen
im allgemeinen ausgestattet sind, sind so dünn und
lichtdurchlässig, dass das Fotopapier nicht nur durch
das Objektiv sondern auch noch von der anderen Seite durch
den Deckel Licht abbekäme.
Nun ist die Lochkamera fertig und kann in der vorher eingerichteten
Dunkelkammer mit Fotopapier bestückt werden.
Also: Licht aus machen, ist wirklich alles lichtdicht abgeklebt,
oder kommt noch irgendwo ein Lichtschimmer durch? Dann die
grüngelben bzw. Rotlicht-Birnen anschalten, langsam an
das Halbdunkel gewöhnen und nun ein Blatt Fotopapier
aus der Verpackung nehmen, von innen in die Lochkamera einsetzen
und zwar in den Deckel gegenüber vom Objektiv. Das Fotopapier
sollte mit einem kleinen Stück Klebeband befestigt werden,
damit es nicht verrutschen kann.
Nun den Deckel wieder auf die Kamera aufsetzen, darauf achten,
dass der Objektivdeckel sich vor dem Objektiv befindet und
alles übrige Fotopapier wieder lichtdicht verstaut ist.
So präpariert kann nun draußen ein Fotomotiv gesucht
werden. Dies sollte möglichst „unbeweglich“
sein, denn die Lochkamera braucht je nach Lichtverhältnissen
zwischen 10 (im Sommer) und 30 Minuten (im Herbst/ Winter),
bis das Bild fertig belichtet ist...
Dann zurück in die Dunkelkammer, Bild in den Entwickler,
spätestens nach zwei Minuten ist das Negativ fertig,
dann in ein Wasserbad, von dort für etwa 5 Minuten in
den Fixierer, damit das Bild lichtbeständig ist und schließlich
noch mal wässern. Sobald das Negativ trocken ist, kann
davon auch noch ein Positiv hergestellt werden. Dazu das Negativ
auf ein neues Blatt Fotopapier legen, mit einer Glasplatte
beschweren, damit es ganz glatt liegt und 1 bis 2 Sekunden
mit der Schreibtischlampe belichten. Und dann wieder:
2 min. im Entwickler – 1/2 min. wässern –
5 min. im Fixierer – 5 – 10 min. wässern
Fertig ist das Foto samt Negativ, und das alles mit einer
einfachen Kakaodose... |
Fotogramme: Arbeiten auf unbelichtetem Fotopapier
Wenn die Dunkelkammer nun schon einmal eingerichtet ist
und die Chemikalien angerührt sind, warum nicht noch
ein bisschen weiter damit experimentieren. Verschiedene Gegenstände,
Bauklötze, Naturmaterialien, Schablonen u.ä. auf
das Fotopapier auflegen, belichten und dann wie oben bei der
Entwicklung von Fotos beschrieben vorgehen: Entwickler –
Stoppbad – Fixierer – Wässern.
Die ungleichen Dinge lassen unterschiedlich viel Licht durch
und haben dadurch weiße oder auch graue Formen auf dem
Fotopapier hinterlassen. Hier kann experimentiert und variiert
werden, und vielleicht entsteht dabei ja eine kleine Bildergeschichte?!
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Chemogramme: Arbeiten auf belichtetem Fotopapier
Chemogramme können ohne großen Aufwand im Gruppenraum
hergestellt werden, da das Fotopapier bereits belichtet und
eigentlich „kaputt“ ist. Beim Malen mit den Chemikalien
bedenken, dass sie erst nach ca. 2 bis 3 Minuten Einwirkzeit
ihre volle Wirkung auf dem Fotopapier erzielen, also: etwas
Geduld! Beim Malen mit Fixierer bleibt das Gemalte weiß,
der Hintergrund wird schwarz, wenn das Fotopapier nach dem
Malen in Entwicklerlösung getaucht wird. Beim Malen mit
Entwickler wird das Gemalte schwarz, der Hintergrund bleibt
weiß, wenn das Fotopapier anschließend in Fixiererlösung
getaucht wird.
Alternativen zum Malen
- Handfläche gründlich eincremen und auf das
Fotopapier drücken. Dann in den Entwickler, wässern,
fixieren. Anschließend die Creme abwischen, die feine
Fettschicht mit Spülmittel entfernen, nochmals fixieren
und wässern. Hierfür sind auch Blätter, Blüten
oder andere Gegenstände geeignet, die eine weiche Oberfläche
mit Struktur haben.
- Unverdünnten Fixierer oder Entwickler mit einem
Parfümzerstäuber auf das Fotopapier sprühen
und anschließend in die jeweils andere Lösung
geben.
- Aus dicker, saugfähiger Pappe werden Schablonen
ausgeschnitten, mit einer Pinzette in die Chemikalie gehalten
und gut getränkt auf das Fotopapier gelegt, einwirken
lassen, Schablone entfernen und anschließend das Fotopapier
in das jeweils andere Fotochemiebad legen.
Materialien Chemogramme:
- Entwickler und Fixierer
- mehrere Plastikbecher oder Filmdosen als Malgefäße
für kleine Mengen Entwickler- und Fixiererlösung
(unverdünnt)
- Wattestäbchen oder Pinsel zum Malen
- Fotopapier (im Fotogeschäft nach abgelagertem, altem
fragen, das reicht für Chemogramme völlig aus)
- Schalen für angerührte Fotochemikalien (Wasser-Chemie-Verhältnis
steht jeweils auf den Flaschen)
- Fotozangen/Pinzetten o.ä., um die Fotopapiere wieder
aus den Fotochemiebädern zu ziehen
- Sowie nach Bedarf: kleine Parfümzerstäuber
für Entwickler- und Fixiererflüssigkeit, Zahnstocher
oder Schaschlikspieße, Hautcreme, Fettstifte, Watte,
Spülmittel, saugfähige Pappe
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Einige Ideen zur Weiterverwendung der Fotos
Fotopuzzle
Ein Foto auf festen Karton kleben und in unterschiedlich
große Stücke zerschneiden. Fotopuzzles kann man
auch im Fotogeschäft bzw. in Drogerien mit Fotoabteilung
machen lassen, dann sieht das eigene Fotopuzzle genauso professionell
aus, wie die Puzzles, die die Kinder bereits kennen.
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Foto-Memory
Die jeweiligen Fotopaare können außer zwei gleichen
Fotos z.B. auch mal etwas schwieriger gestaltet sein: zweimal
das gleiche Kind in unterschiedlichen Verkleidungen, vertraute
Gegenstände aus verschiedenen Perspektiven, der gleiche
Buchstabe unterschiedlich fotografiert (s.o. Bildreihen).
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T-Shirts/ Leinenbeutel bedrucken
Das Bild einscannen, auf Spezialfolie, die im Bürofachhandel
erhältlich ist, ausdrucken und auf ein T-Shirt, einen
Leinenbeutel, Kochschürzen o.ä. aufbügeln.
In Fotogeschäften kann man mit seinen eigenen Fotos auch
Tassen oder Mousepads gestalten lassen.
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Foto-Magnetpins
Um Magnetpins zu machen, werden kleine Details aus den Fotos
ausgeschnitten, auf dicke Pappe (Unterseite vom Zeichenblock)
geklebt, auf deren Rückseite mit Superkleber ein Magnet
befestigt wird. Oder man lässt die jeweiligen Fotos –
z.B. die Porträts – im Fotoladen oder der Drogerie
im kleinstmöglichen Format als Klebesticker entwickeln
und macht daraus Pins.
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Die Vernissage
Die Fotos zu Collagen weiterverarbeiten oder auf Wandzeitungen
bzw. Ausstellungstafeln aufkleben/ aufhängen. Dazu ruhig
auch mal das eine oder andere Bild vergrößern lassen
oder selber in der Dunkelkammer vergrößern, denn
dadurch wirken Bilder noch mal ganz anders. Und dann werden
die Eltern und Großeltern zur feierlichen Ausstellungseröffnung
eingeladen.
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Das eigene Buch
Die gemeinsam erstellte Fotostory kommt noch viel besser
zur Geltung, wenn die Bilder auf festen Fotokarton geklebt
und im Copyshop mit einer richtigen Spiral- oder Leimbindung
versehen werden.
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