Das Internetportal der LfM
zur Medienerziehung in Kindertagesstätten

betreut von der GMK

    

Praxisprojekte
Ideen aus der Praxis zum Nachmachen

Die hier dargestellten Projekte sind von ErzieherInnen durchgeführt worden, die an der Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten und Hort“ teilgenommen haben.
Wir hoffen, dass diese Projektbeispiele aus den Bereichen Video, Computer, Foto und Radio Sie zum Nachmachen anregen. Viel Spaß dabei!


Praxis: Foto

Anregungen und Ideen zum Einsatz der Fotografie (Methodenbausteine)

Spiele zum Einstieg

Der „lebendige“ Fotoapparat

Es werden Zweierteams gebildet: Ein Kind ist der Fotoapparat, das andere fotografiert mit dem „lebendigen“ Fotoapparat. Dazu wird der „Fotoapparat“ auf das ausgewählte Motiv ausgerichtet (Totale, Halbtotale, Nah oder Detail) und der Fotograf oder die Fotografin drückt auf einen unsichtbaren Auslöser auf der Schulter des Fotoapparates. Dieser speichert die Szene/das Bild, merkt sich also, was er gesehen hat. Es können mehrere Aufnahmen gemacht werden, bevor der „Fotoapparat“ die fertigen Bilder zeigt, also erzählt oder zeichnet, was „fotografiert“ wurde. Stimmt das überein mit der Aufnahme, die vom anderen Kind beabsichtigt wurde? Danach wird gewechselt.

 

Kamera-Training

Für manche Kinder ist das Gucken durch den Kamerasucher noch ziemlich ungewohnt. Mit einer Toilettenpapierrolle oder einem Stück Papier/Pappe mit einem quadratischen Loch in der Mitte kann schon mal geübt werden: Was habe ich denn im Sucher? Wie verändert sich der Ausschnitt, wenn ich die Kamera weiter weg halte? Und wo sind dann plötzlich die anderen hin?

 

Bilderrätsel

Das soll ein Schwamm sein? Und das ist doch niemals das Sofa in der Kuschelecke! Oder doch? Das Aufnehmen von Details aus der näheren Umgebung schult den Blick für Details und übt den Umgang mit der Kamera. Wenn die Gruppe in mehrere Kleingruppen unterteilt wird, kann später geraten werden, was da wohl fotografiert wurde. Ein weiteres Foto als Auflösung des Rätsels erleichtert anschließend die Wiedererkennung.

 

Die etwas andere Schnitzeljagd

Eine Schnitzeljagd kann auch mit Geräuschen oder Fotos gemacht werden. Dafür werden auf einer Kassette Geräusche aufgenommen, die auf dem Weg zum Ziel zu hören sind. Oder es werden Fotos geknipst von kleinen Details, Ecken, Besonderheiten auf der zu findenden Strecke. Diese dienen als Wegweiser. Und, wer ist zuerst da?

 

Fotos mit einer Kakaodose... das soll gehen? – Die Lochkamera

Materialien Lochkamera

Materialien Dunkelkammer

1 Kakaodose, kleiner Schuhkarton o.ä.

Entwickler- und Fixiererlösung

schwarzes Tonpapier

4 Schalen (für angerührte Fotochemikalien und Bäder zum Wässern der Fotos)

schwarzer Fotokarton

4 Zangen/ Pinzetten o.ä.

Alufolie, 1 Stecknadel, 1 Nagel

Fotopapier

Klebstoff, Schere, Stifte

mehrere Schreibtischlampen
1 normale 25-Watt-Glühbirne
einige Grüngelb- oder Rotlichbirnen

Sowie: schwarze Teichfolie und Klebeband, um die Fenster der Besenkammer, des Waschraums oder des MitarbeiterInnenzimmers abzukleben

  1. Der Karton wird von innen und außen vollständig mit schwarzem Tonpapier beklebt.
  2. Am Dosenboden den Mittelpunkt suchen, in dem man jeweils von den Ecken ausgehend mit einem Bleistift zwei diagonale Linien zieht. An dem Punkt, an dem sich die Linien kreuzen, mit einem Nagel o.ä. ein Loch ganz durch den Boden durchstechen.
  3. Dieses von innen mit einem kleinen Stück Alufolie wieder zukleben, um dann noch mal von aussen – diesmal ganz fein und klein – ein Loch mit einer Stecknadel durch die Alufolie zu stechen. So hat man eine kleine Objektivöffnung, durch die man später gestochen scharfe Bilder machen kann.
  4. Vor diesem Objektiv wird nun noch ein kleines Stück schwarzer Fotokarton als Objektivdeckel befestigt.
  5. Und der Deckel auf der anderen Seite des Kartons muss nun ebenfalls noch mit Fotokarton lichtdicht gemacht werden, denn die herkömmlichen Plastikdeckel, mit denen Kakaodosen im allgemeinen ausgestattet sind, sind so dünn und lichtdurchlässig, dass das Fotopapier nicht nur durch das Objektiv sondern auch noch von der anderen Seite durch den Deckel Licht abbekäme.

Nun ist die Lochkamera fertig und kann in der vorher eingerichteten Dunkelkammer mit Fotopapier bestückt werden.

Also: Licht aus machen, ist wirklich alles lichtdicht abgeklebt, oder kommt noch irgendwo ein Lichtschimmer durch? Dann die grüngelben bzw. Rotlicht-Birnen anschalten, langsam an das Halbdunkel gewöhnen und nun ein Blatt Fotopapier aus der Verpackung nehmen, von innen in die Lochkamera einsetzen und zwar in den Deckel gegenüber vom Objektiv. Das Fotopapier sollte mit einem kleinen Stück Klebeband befestigt werden, damit es nicht verrutschen kann.

Nun den Deckel wieder auf die Kamera aufsetzen, darauf achten, dass der Objektivdeckel sich vor dem Objektiv befindet und alles übrige Fotopapier wieder lichtdicht verstaut ist.

So präpariert kann nun draußen ein Fotomotiv gesucht werden. Dies sollte möglichst „unbeweglich“ sein, denn die Lochkamera braucht je nach Lichtverhältnissen zwischen 10 (im Sommer) und 30 Minuten (im Herbst/ Winter), bis das Bild fertig belichtet ist...

Dann zurück in die Dunkelkammer, Bild in den Entwickler, spätestens nach zwei Minuten ist das Negativ fertig, dann in ein Wasserbad, von dort für etwa 5 Minuten in den Fixierer, damit das Bild lichtbeständig ist und schließlich noch mal wässern. Sobald das Negativ trocken ist, kann davon auch noch ein Positiv hergestellt werden. Dazu das Negativ auf ein neues Blatt Fotopapier legen, mit einer Glasplatte beschweren, damit es ganz glatt liegt und 1 bis 2 Sekunden mit der Schreibtischlampe belichten. Und dann wieder:

2 min. im Entwickler – 1/2 min. wässern – 5 min. im Fixierer – 5 – 10 min. wässern

Fertig ist das Foto samt Negativ, und das alles mit einer einfachen Kakaodose...

 

Fotogramme: Arbeiten auf unbelichtetem Fotopapier

Wenn die Dunkelkammer nun schon einmal eingerichtet ist und die Chemikalien angerührt sind, warum nicht noch ein bisschen weiter damit experimentieren. Verschiedene Gegenstände, Bauklötze, Naturmaterialien, Schablonen u.ä. auf das Fotopapier auflegen, belichten und dann wie oben bei der Entwicklung von Fotos beschrieben vorgehen: Entwickler – Stoppbad – Fixierer – Wässern.

Die ungleichen Dinge lassen unterschiedlich viel Licht durch und haben dadurch weiße oder auch graue Formen auf dem Fotopapier hinterlassen. Hier kann experimentiert und variiert werden, und vielleicht entsteht dabei ja eine kleine Bildergeschichte?!

 

Chemogramme: Arbeiten auf belichtetem Fotopapier

Chemogramme können ohne großen Aufwand im Gruppenraum hergestellt werden, da das Fotopapier bereits belichtet und eigentlich „kaputt“ ist. Beim Malen mit den Chemikalien bedenken, dass sie erst nach ca. 2 bis 3 Minuten Einwirkzeit ihre volle Wirkung auf dem Fotopapier erzielen, also: etwas Geduld! Beim Malen mit Fixierer bleibt das Gemalte weiß, der Hintergrund wird schwarz, wenn das Fotopapier nach dem Malen in Entwicklerlösung getaucht wird. Beim Malen mit Entwickler wird das Gemalte schwarz, der Hintergrund bleibt weiß, wenn das Fotopapier anschließend in Fixiererlösung getaucht wird.

Alternativen zum Malen

  • Handfläche gründlich eincremen und auf das Fotopapier drücken. Dann in den Entwickler, wässern, fixieren. Anschließend die Creme abwischen, die feine Fettschicht mit Spülmittel entfernen, nochmals fixieren und wässern. Hierfür sind auch Blätter, Blüten oder andere Gegenstände geeignet, die eine weiche Oberfläche mit Struktur haben.
  • Unverdünnten Fixierer oder Entwickler mit einem Parfümzerstäuber auf das Fotopapier sprühen und anschließend in die jeweils andere Lösung geben.
  • Aus dicker, saugfähiger Pappe werden Schablonen ausgeschnitten, mit einer Pinzette in die Chemikalie gehalten und gut getränkt auf das Fotopapier gelegt, einwirken lassen, Schablone entfernen und anschließend das Fotopapier in das jeweils andere Fotochemiebad legen.

Materialien Chemogramme:

  • Entwickler und Fixierer
  • mehrere Plastikbecher oder Filmdosen als Malgefäße für kleine Mengen Entwickler- und Fixiererlösung (unverdünnt)
  • Wattestäbchen oder Pinsel zum Malen
  • Fotopapier (im Fotogeschäft nach abgelagertem, altem fragen, das reicht für Chemogramme völlig aus)
  • Schalen für angerührte Fotochemikalien (Wasser-Chemie-Verhältnis steht jeweils auf den Flaschen)
  • Fotozangen/Pinzetten o.ä., um die Fotopapiere wieder aus den Fotochemiebädern zu ziehen
  • Sowie nach Bedarf: kleine Parfümzerstäuber für Entwickler- und Fixiererflüssigkeit, Zahnstocher oder Schaschlikspieße, Hautcreme, Fettstifte, Watte, Spülmittel, saugfähige Pappe

 

Einige Ideen zur Weiterverwendung der Fotos

Fotopuzzle

Ein Foto auf festen Karton kleben und in unterschiedlich große Stücke zerschneiden. Fotopuzzles kann man auch im Fotogeschäft bzw. in Drogerien mit Fotoabteilung machen lassen, dann sieht das eigene Fotopuzzle genauso professionell aus, wie die Puzzles, die die Kinder bereits kennen.

 

Foto-Memory

Die jeweiligen Fotopaare können außer zwei gleichen Fotos z.B. auch mal etwas schwieriger gestaltet sein: zweimal das gleiche Kind in unterschiedlichen Verkleidungen, vertraute Gegenstände aus verschiedenen Perspektiven, der gleiche Buchstabe unterschiedlich fotografiert (s.o. Bildreihen).

 

T-Shirts/ Leinenbeutel bedrucken

Das Bild einscannen, auf Spezialfolie, die im Bürofachhandel erhältlich ist, ausdrucken und auf ein T-Shirt, einen Leinenbeutel, Kochschürzen o.ä. aufbügeln. In Fotogeschäften kann man mit seinen eigenen Fotos auch Tassen oder Mousepads gestalten lassen.

 

Foto-Magnetpins

Um Magnetpins zu machen, werden kleine Details aus den Fotos ausgeschnitten, auf dicke Pappe (Unterseite vom Zeichenblock) geklebt, auf deren Rückseite mit Superkleber ein Magnet befestigt wird. Oder man lässt die jeweiligen Fotos – z.B. die Porträts – im Fotoladen oder der Drogerie im kleinstmöglichen Format als Klebesticker entwickeln und macht daraus Pins.

 

Die Vernissage

Die Fotos zu Collagen weiterverarbeiten oder auf Wandzeitungen bzw. Ausstellungstafeln aufkleben/ aufhängen. Dazu ruhig auch mal das eine oder andere Bild vergrößern lassen oder selber in der Dunkelkammer vergrößern, denn dadurch wirken Bilder noch mal ganz anders. Und dann werden die Eltern und Großeltern zur feierlichen Ausstellungseröffnung eingeladen.

 

Das eigene Buch

Die gemeinsam erstellte Fotostory kommt noch viel besser zur Geltung, wenn die Bilder auf festen Fotokarton geklebt und im Copyshop mit einer richtigen Spiral- oder Leimbindung versehen werden.

 

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