Mit Medien dem Frühling auf der Spur - Natur und
Kultur
Endlich wieder Frühling: Jetzt ergeben sich viele Chancen,
mit den Kindern hinauszugehen, um die Natur in der näheren
Umgebung zu erkunden. Das Dokumentieren von Experimenten oder
das Einfangen von Beobachtungen bieten hier gute Möglichkeiten
für die Kinder, Medien kreativ einzusetzen. Die Entwicklung
von der Blumenzwiebel bis hin zur blühenden Pflanze kann
zum Beispiel fotografisch dokumentiert werden und mit der
Videokamera können die Kinder festhalten, wie sich bestimmte
Materialien und Formen im Wasser verhalten. Genaues Hinsehen
beim Fotoprojekt und genaues Hinhören bei der Geräuschejagd
oder beim Geräuscherätsel fördern die Wahrnehmungsfähigkeit
von Kindern und tragen zugleich zur Medienkompetenz bei.
Experiment-Doku (Foto- oder Videoprojekt): Schau mal wie
die Pflanze wächst
Lassen Sie die Kinder das Wachstum einer Feuerbohne oder
Sonnenblume fotografisch dokumentieren. Die Kinder pflanzen
Feuerbohnen oder Sonnenblumen in Blumentöpfe. Mit dem
Fotoapparat (möglichst einen festen Standort wählen)
wird alle ein bis zwei Tage eine Aufnahme der Entwicklung
der Pflanze gemacht. Die Fotos werden am Ende ausgestellt.
Das Experiment lässt sich auch mit einer digitalen Videokamera
im Zeitraffer-Modus umsetzen. Hierzu sollte der Standort der
Kamera, z.B. durch Kreppband an der entsprechenden Stelle
auf dem Boden, fest markiert sein. Höhe und Ausrichtung
der Kamera sollten ebenfalls unverändert sein. Lassen
Sie die Kinder jeden Tag nur einige Sekunden aufnehmen, so
entsteht am Ende ein schöner Zeitraffer-Film.
Experiment-Doku (Foto oder Videoprojekt): Was schwimmt,
was sinkt?
Eine große durchsichtige Vase oder ein Aquarium wird
mit Wasser gefüllt und auf einen Tisch gestellt. Eine
feste Papierkugel, ein Papierschiffchen, ein Löffel,
ein Korken, und Dinge, die Kinder draußen finden (Holzstöckchen,
Äste, Steine, Sand, Plastikspielzeug) werden bereit gelegt.
Video: die Kamera wird fest etwa auf Höhe des Wasserbehälters
positioniert (Stativ). Der Ausschnitt sollte so gewählt
sein, dass man das Becken gut sehen kann und evtl. noch das
Gesicht oder die Hand des agierenden Kindes. Vor laufender
Kamera legen die Kinder jeweils einen Gegenstand ins Wasser,
kommentieren ihre Beobachtung und ihr Handeln. Die Kinder
könnten zuvor ihre Annahmen äußern, ob der
von ihnen gewählte Gegenstand sinkt oder schwimmt. Zum
Schluss kann die Kamera noch die Kommentare des anschließenden
Gruppengesprächs festhalten (Was schwimmt oben, was sinkt
im Wasser nach unten? Warum schwimmt wohl das Schiff, während
die Papierkugel sinkt? Woraus könnte man ein Floß
bauen, woraus besser nicht?). Das Experiment lässt sich
auch fotografisch dokumentieren, die Videokamera kann den
ganzen Vorgang allerdings besser zeigen. Die Arbeit lässt
sich gut mit einer Collage kombinieren, die Ergebnisse der
Experimente darstellt. Die Fotoausstellung, das Video oder
die Collage werden den anderen (Klein-) Gruppen oder auch
den Eltern präsentiert.
Geräuschejagd (Wahrnehmungsübung & Medienprojekt):
Im Frühling geht’s in Garten, Park und auf dem
Spielplatz hoch her. Doch wie hört sich das ganze eigentlich
an? Mithilfe von „Blinde Kuh“ -Experimenten versuchen
die Kinder zunächst die einzelnen Geräusche wahrzunehmen
und zu selektieren. Danach machen sich Kleingruppen mit Audioaufnahmegeräten
(z.B. Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion) auf die Jagd
nach einzelnen Geräuschen und nehmen sie auf. Dafür
muss man dann kurz ganz leise sein. Manche Geräusche
entstammen der Natur: Vogelstimmen, Hundegebell. Andere werden
von Menschen erzeugt: Rasenmäher, Trecker, Mopeds. Unterschiedliche
Gruppen konzentrieren ihre Arbeit auf unterschiedliche Gebiete
(einiges kann auch inszeniert werden) und spielen dann in
der Kita den anderen ihr Ergebnis vor. Fertig ist das Geräuscherätsel.
Beispiele für mögliche Geräusche:
- In der Kita: Roller, Bobbycars, Schaufeln, Springseil;
- auf dem Spielplatz: quietschende Schaukeln, Rutsche,
Fahrradklingel etc.;
- An der Straße: Mopeds, Fahrradklingeln, Schritte,
Inliner, Regen (Mikrofon unter den Regenschirm halten).
Schön und hässlich: unsere Umgebung - kritisch
gesehen
Nicht alles, was rund um die Kita zu sehen oder zu hören
ist, ist schön. Was stört uns eigentlich, was finden
wir schön? Gemeinsam mit ErzieherInnen machen sich die
Kinder auf die Medienpirsch (Foto, Kamera, Mikrofon). Lärmende
Straße, Graffitis, fieser Schotter, Müll und Millionen
Kaugummis vor der Tür? Lassen Sie die Kinder selbst bestimmen,
was sie als schön und was sie als hässlich oder
störend empfinden. Besprechen Sie mit den Kindern, wie
man die Umgebung verändern könnte. Die Ergebnisse
werden dann jeweils den anderen oder auch den Eltern vorgestellt.
Die Arbeit kann auch in den Kontext Umweltschutz/ Stadt- und
Landschaftsgestaltung einführen. Eventuell kann auch
ein Umweltexperte der Stadt oder der Kommune in die Kita eingeladen
werden.
Klassik für Kinder – kreatives künstlerisches
Projekt mit Computerpräsentation
Zu Vivaldis „Primavera“ (Der Frühling aus
Die Vier Jahreszeiten) denken sich Kinder Frühlingsbilder
aus. Zunächst sollte mehrfach das Musikstück vorgespielt
werden. Die Kinder schließen die Augen und versuchen
sich darauf zu konzentrieren, wie sich Vivaldis Frühling
anhört: ist er friedlich, ist er fröhlich, ist er
wild? Was könnte da (zum Beispiel in der Natur) passieren?
Dann fotografieren, collagieren oder malen die Kinder dazu.
Die Bilder werden mit dem Computer zusammengestellt, die Kinder
lernen dabei wie man Bilder einscannt und Fotos in den Computer
lädt. Lassen Sie die Kinder auch die Bilder mit auswählen.
Zum Schluss werden die Fotos als „Diapräsentation“
zusammengestellt und mit dem Musikstück hinterlegt. Macht
großen Eindruck auf Kita-Festen.
Möglich ist auch ein Großprojekt, das den Frühling
und die Musik in Tänzen, Rollenspielen, Fotos, Gemälden
und Collagen aufgreift. Dieses kann dann wiederum mit einer
Videokamera festgehalten werden.
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