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Praxisprojekte Ideen aus der Praxis zum Nachmachen
Die hier dargestellten Projekte sind von ErzieherInnen durchgeführt worden,
die an der Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten und Hort“ teilgenommen haben.
Wir hoffen, dass diese Projektbeispiele aus den Bereichen Video, Computer, Foto und Radio Sie zum
Nachmachen anregen. Viel Spaß dabei!
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Praxis: Radio
Ein bekanntes Bilderbuch wird zum Hörspiel
Kurzbeschreibung und Ziel:
Ein
bekanntes Bilderbuch wird in ein Hörspiel umgesetzt.
Das fertige Produkt kann am Ende als Sendung im Bürgerfunkradio
ausgestrahlt werden.
Zielgruppe:
- Jungen und Mädchen ab ca. 4-5 Jahren
Voraussetzung (Hardware, Software, sonstiges Material
etc.):
- Aufnahmegerät, möglichst Mini-Disc-Rekorder
(ggf. auch nur Kassetten-Rekorder)
- Mikrofon
- mehrere leere Mini-Disc (ggf. Leerkassetten)
- CD-Player
- Multimedia-PC mit folgender Ausstattung:
- Soundkarte
- Lautsprecher
- Audioschnitt-Software
- möglichst CD-Brenner
- ggf. Bastelmaterialien
Zeitbedarf:
- je nach Umfang min. 1 Woche
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Beschreibung:
Wer
kennt ihn nicht, Swimmy, den Außenseiter, der die
Schwachen zusammenschweißt und mittels Einfallsreichtum
und einer kleinen List den vermeintlich viel Stärkeren
das Fürchten lehrt. Dieses Bilderbuch eignet sich fabelhaft,
für die Umsetzung in ein Hörspiel. Selbstverständlich
können alternativ zu Swimmy auch andere Geschichten
vertont oder als Hörgeschichte oder gar –spiel
umgesetzt werden, aber wir haben derzeit das Thema „Wasser“
und dazu passt „Swimmy“ ausgezeichnet.
Als erstes erarbeiten wir uns das Bilderbuch. Seite für
Seite erzählen die Kinder, was sie auf den Bildern
sehen. Anschließend liest der/die Erzieher/in den
Buchtext vor. Die wesentlichen Stimmungen besprechen wir
auch gemeinsam. Bei Swimmy sind das Furcht, Angst, Trauer,
Freundschaft, Hilfe und Gemeinschaft. Schon beim Vorlesen
probieren wir Geräusche aus, die diese Stimmungen ausdrücken.
Nun verteilen wir die Aufgaben. Jedes Kind sucht sich eine
Figur aus dem Bilderbuch aus, die es gern im Hörspiel
sprechen bzw. spielen möchte. Wollen mehrere Kinder
dieselbe Figur übernehmen, so kann deren Text vielleicht
in zwei Rollen aufgeteilt werden. Es gibt allemal genug
zu tun, nicht nur Text muss geübt werden, auch die
Geräuschemacher/innen müssen proben, um das bestmögliche
Meeresrauschen und Blubbern hinzubekommen. Bereits die Proben
nehmen wir auf, so dass die Kinder sich bzw. die Geräusche
in ihrer Wirkung gleich hören können, um nötige
Veränderungen vorzunehmen. Spätestens jetzt muss
natürlich in die Aufnahmetechnik, also in die Bedienung
des MD-Recorders, eingeführt werden.
Die nächste Aufgabe besteht darin, die Texte zu erarbeiten.
Dies ist auch dann notwendig, wenn sehr eng an der Originalausgabe
gearbeitet wird, da hieraus das Drehbuch entstehen soll.
In das Drehbuch nehmen wir alle notwendigen Informationen,
z. B. Hintergrundgeräusche, mit auf. Auf einen Blick
ist so für jede Szene erkennbar, welche Texte, Geräusche,
Sprecher/innen und Requisiten benötigt werden. Für
die bessere Übersicht nummerieren wir die Szenen im
Drehbuch durch. Nun beginnen wir mit den Aufnahmen. Die
Sprecher/innen haben ihre Texte gelernt und die Geräuschemacher/innen
wissen, wann ihr Einsatz ist. Alle anderen, die in der Szene
keine Aufgabe haben, müssen natürlich ruhig sein,
damit die Aufnahme nicht gestört wird. Das selbst gemalte
Hinweisschild "Achtung Aufnahme!" wir dafür
hochgehalten. Da das Hörspiel aufgenommen wird, ist
es kein Problem, wenn Szenen mehrfach eingesprochen werden
müssen. Die Kinder sind ihre schärfsten Kritiker/innen
und haben ein feinfühliges Gespür dafür entwickelt,
wo sie etwas verändern und erneut aufnehmen möchten.
Um den Überblick zu behalten, nehmen wir vor dem Einsprechen
der Szene noch eine Nummer ("Szene 3 die Miesmuschel!")
auf, damit jede Szene dem Drehbuch eindeutig zugeordnet
werden kann. Lange Texte, bei denen das Auswendiglernen
schwer fällt, nehmen wir Satz für Satz auf. Alle
Szenen hören wir unmittelbar nach der Aufnahme an und
wiederholen die Aufnahme, wenn es gewünscht wird. Die
digitale Aufnahmetechnik macht es möglich, dass doppelte
Szenen, lange Pausen, falsche Einsetzer, Zuordnungszahlen
oder sonstige nicht zur Geschichte passenden Geräusche
einfach am MD-Gerät selbst herausgeschnitten werden.
Wenn noch Zeit ist oder die Kinder, die nichts zu tun haben,
sich langweilen, können sie außerhalb des Gruppenraums
noch weitere Geräusche aufnehmen, z. B. das Rauschen
von Wasser oder vom Wind.
Ist alles auf der MD, beginnt die Arbeit am Computer. Hier
schneiden wir mittels einer einfachen Audioschnitt-Software
alle überflüssigen Szenen und Geräusche heraus.
Auf dem Monitor sind die einzelnen Szenen als Frequenzkurven
dargestellt, längere Pausen oder sehr laute Geräusche
(Knackser) sind so nicht nur hör- sondern auch sichtbar.
Anhand des Drehbuchs bringen wir die verbleibenden bearbeiteten
Szenen in die richtige Reihenfolge und fügen sie zum
fertigen Hörspiel zusammen. Mit Hilfe der Software
können wir mehrere Tonspuren übereinander lagern.
Das hört sich toll an: Wenn die selbst erstellten Geräuscheaufnahmen
mit den Sprechaufnahmen gemischt werden, richtig professionell!
Das Hörspiel ist nun fertig und wird öffentlich
im Radio ausgestrahlt. Je nach Länge des Hörspiels
können wir zusätzlich noch Musik aussuchen oder
weitere Beiträge einsprechen, z. B. Anmoderationen,
selbst aufgenommene Lieder zum Thema etc.
Übrigens: In Nordrhein-Westfalen besteht, wie in den
meisten Bundesländern, für alle die Möglichkeit,
eigene Beiträge im Lokalradio zu senden. Die Sender
sind zu deren Ausstrahlung nach Landesrundfunkgesetz verpflichtet.
Dazu muss zunächst nur der Kontakt zum Sender oder
zu einer der meist als Verein organisierten Bürgerradiowerkstätten
hergestellt werden, wo die erstellte CD oder MD abgegeben
wird. Die Sendung wird dann im Bürgerfunk des Lokalradios
ausgestrahlt.
weiterführende Links etc.:
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