Das Internetportal der LfM
zur Medienerziehung in Kindertagesstätten

betreut von der GMK

    

Praxisprojekte
Ideen aus der Praxis zum Nachmachen

Die hier dargestellten Projekte sind von ErzieherInnen durchgeführt worden, die an der Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten und Hort“ teilgenommen haben.
Wir hoffen, dass diese Projektbeispiele aus den Bereichen Video, Computer, Foto und Radio Sie zum Nachmachen anregen. Viel Spaß dabei!


Praxis: Radio

Anregungen und Ideen zur praktischen Radio- und Audioarbeit (Methodenbausteine)

Spiele zum Einstieg

Hingehört!

Alle haben es sich auf dem Boden gemütlich gemacht, der Raum ist verdunkelt, wir schließen die Augen und sind ganz leise. Nach einigen Minuten öffnen wir wieder die Augen und flüstern uns die gehörten Geräusche zu: Was gibt es da eigentlich um uns rum zu hören?

 

Aufgepasst!

Mit verbundenen Augen bewacht ein Kind einen „Schatz“. Eine „Räuberbande“ schleicht sich heran und versucht, ihn zu stehlen. Kann das bewachende Kind die Richtung anzeigen, aus der sich die RäuberInnen nähern, müssen s i e es erneut versuchen. Gelingt der Raub, werden die Rollen getauscht .

 

Das Hör-Memory

Das Hör-Memory wird genauso gespielt wie das normale Bilder-Memory, nur nicht mit Bilderkärtchen sondern mit Geräuschedöschen. Kleine, nicht transparente Filmdöschen o.ä., werden mit den unterschiedlichsten Materialien gefüllt (z.B. Sand, Körner, getrocknete Erbsen, Federn etc.). Jeweils zwei davon haben den gleichen Inhalt. Dann Ohren spitzen, schütteln und Geräusch einprägen!

 

Mit den Ohren suchen

Ein Kassettenrekorder mit einem leise spielenden Musikstück oder auch ein tickender Wecker wird im Raum versteckt. Wer findet ihn zuerst, bevor das Lied zu Ende ist bzw. bevor er zu rasseln beginnt?

 

Geräusche auf Wanderschaft

Alle sitzen im Kreis, ein Kind in der Mitte. Nun reichen die Kinder „heimlich“ hinter ihren Rücken einen „geräuschvollen“ Gegenstand im Kreis herum, z.B. einen Beutel mit trockenen Erbsen oder einen tickenden Wecker. Das Kind in der Mitte versucht zu erraten, wo der Gegenstand sich gerade befindet. Gelingt ihm das, wird getauscht und ein anderes Kind darf in die Mitte.

 

Ich sehe was…

…was du nicht siehst! Dieser Klassiker kann natürlich auch abgewandelt werden zu „Ich höre was, was du nicht hörst“. Da muss nun genau hingehört und beschrieben werden, was gehört wird. Und wenn das Geräusch erraten ist, hört das nächste Kind, was ich (noch) nicht höre.

 

Radio, Kassettenrekorder und Mikrofon

Wo denn bitte sind die Kindersendungen im Radio?

Etwas Vorbereitung ist nötig, denn eine Sammlung von Kindersendungen muss vorher aus dem Radio auf Kassette oder Mini-Disk aufgenommen werden. Gemeinsam mit den Kindern dann reinhören in das Angebot von Kindersendungen im Hörfunk: Ob Dschungel oder Mikado, Papageno oder Zappelduster…es gibt viel zu hören, und das wissen viele Kinder gar nicht. Also einfach mal gemeinsam Sender und Sendungen suchen. Dazu im Internet gucken, was die lokal empfangbaren Sender für Kinder anbieten oder – sofern vorhanden – im Radioprogramm der Lokalzeitung nachlesen.

 

Wo kommt denn die Kassette rein?

Die Geräte liegen in der Mitte des Raumes: leere Audiokassetten, Mikrofon, Kassettenrekorder oder auch ein Minidisk-Rekorder usw. Gemeinsam werden die Geräte zusammengestöpselt, benannt und ausprobiert.

 

Geräuscherätsel

„Das ist doch ein Schaf! Nee, ’ ne Ziege!“ Verschiedene Geräusche werden vorgespielt und erraten. Dann heißt es: selber machen! In Kleingruppen gehen die Kinder auf die Jagd, nehmen Geräusche auf und lassen die anderen raten.

 

Geräuschewerkstatt

Pistolenschüsse, Donnergrollen, Pferdegetrappel, knisterndes Feuer.... Natürlich kann ich warten, bis tatsächlich ein Gewitter aufzieht, das ich für mein Hörspiel aufnehmen kann. Was ist aber, wenn es partout nicht regnet oder stürmt oder sich in erreichbarer Nähe eben kein galoppierendes Pferd finden lässt, ich das aber unbedingt für mein Hörspiel brauche? Wie lassen sich solche Geräusche künstlich erzeugen? Mit Zellophanpapier, Murmeln in Luftballons, einem langen Lineal, Kokosnussschalen u.ä. lassen sich viele Geräusche täuschend echt erzeugen…Einfach mal ein bisschen rumprobieren! Da hat man dann später einiges an „Material“ für das eigene Hörspiel oder zur Unterlegung des Trickfilms.

 

Geräuschgeschichten

Jede Gruppe erhält eine bekannte Situationsbeschreibung (z.B. Abendessen, ab ins Bad, Zähne putzen, bettfertig machen...). Welche Geräusche sind nötig, um diese Geschichte zu erzählen ohne Worte zu verwenden? Die entsprechenden Geräusche werden chronologisch aufgenommen, und dann sollen die anderen Gruppen mal erraten, worum es geht.

 

Eine Geschichte (erfinden und) vertonen

Gemeinsam wird eine beliebte Geschichte, z.B. eine Tier- oder Abenteuergeschichte, ein Märchen o.ä., ausgesucht und vorgelesen. Diese sollte natürlich nicht allzu lang sein. Dann wird überlegt, mit welchen Geräuschen die Geschichte „illustriert“ werden könnte. Jedes Kind kann sich mindestens ein passendes aussuchen. Nun heißt es: Einsatz merken und los geht´s. Die Geschichte wird erneut vorgelesen und nun mit Geräuschen und eventuell auch Musik untermalt.

Als Grundlage für die selbst vertonte Geschichte können natürlich auch fertige Diareihen dienen. Auch können mit Glasmalfarben, kleinen Papierfetzen, Wollfusseln, Salz, Kaffee oder Teekrümeln und anderen Materialien Dias (Diaklapprähmchen mit Glas erhältlich im Fotofachgeschäft) selbst gestaltet werden, zu denen eine eigene Geschichte erfunden, vertont und aufgezeichnet wird.

 

Stimmen und Stimmungen – Versuche mit der eigenen Stimme

Unsere Stimme kann vielfältig klingen, je nach dem, wie wir atmen, wie laut wir sprechen, in welcher Körperhaltung wir sind, wie weit wir den Mund öffnen und die Lippen bewegen. Auch der Tonfall macht Stimmung. Spiele mit der Stimme machen Laune und der spielerische Umgang lässt die mögliche Angst, sich zu hören, vergessen.

 

„Wir berichten live vom Ort des Geschehens...“ – Übungen fürs freie Sprechen

Vorbereitung: Auf Karten wird jeweils eine kurze, möglicherweise auch völlig unsinnige Nachricht notiert z.B.: „Im Nachbarort wurden kleine grüne Wesen gesichtet“ oder „Sonntags ist nur noch frei, wenn die Sonne scheint!“. Nun zieht das erste Kind eine Karte und erzählt aus dem Stegreif einen Kommentar über die Nachricht von etwa 30 Sekunden. Dieser kann aufgenommen und später vorgespielt werden. So sind nacheinander alle Kinder dran. Die Ergebnisse können eventuell als witzige Einlage in der eigenen Hörproduktion verwendet werden.

Es kann aber auch ohne Aufnahmedruck gespielt werden zum Üben von Spontaneität, der Förderung von Kreativität und der Erweiterung des Sprachvermögens.

 

Schummeln und tricksen – der Tonschnitt

Einige kurze Sätze werden aufgenommen und dann wird geschnitten: Das „Nicht“ kommt raus oder das „Ja“, und plötzlich hat die Aussage ja einen ganz anderen Sinn! Und trotzdem klingt es noch so echt...

 

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