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Praxis: Video
Einstieg in die Trickfilmarbeit
Kurzbeschreibung und Ziel:
- Die Kinder stellen Daumenkinos her und drehen kleine Trickfilmchen.
Die Kinder erlernen, wie Trickfilme gemacht werden, probieren
kreative Gestaltungsideen aus und erwerben Grundlagen der
Videotechnik.
Zielgruppe:
- Jungen und Mädchen ab ca. 5 Jahre
Voraussetzung (Hardware, Software, sonstiges Material
etc.):
- Videokamera, möglichst mit Animationsmodus (Einzelbildaufnahme/Frame-Record)
und Nachvertonungsfunktion
- Leerkassette
- Stativ
- Mikrofon
- Fernseher/Monitor
- Lampen
- Stifte, Pappkarton für Daumenkinos
- Bastelmaterialien, Stoffe, Farben etc.
Zeitbedarf:
- je nach Umfang und Aufwand 5 Tage oder länger
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Beschreibung:
- Das Besondere bei einem Trickfilm ist die Möglichkeit,
"leblose" also unbewegliche Gegenstände oder
Zeichnungen zum Leben zu erwecken, sie zu animieren! So
lassen sich Stofftiere, Schokoladenosterhasen oder Plastikfiguren
"beleben" und beim späteren Ansehen des Films
sieht es dann so aus, als könnte das Stofftier aus
eigenem Antrieb laufen. Tatsächlich kann es das natürlich
nicht, das ist ja der Trick an der Sache.
Als Einstieg in die Trickfilmarbeit basteln wir uns erst
einmal ein Daumenkino. Jedes Kind bekommt ein leeres Daumenkino
im handgerechten Format (8 –12 Seiten). Diese können
aus gekauften Papierblöcken hergestellt werden, oder
aus dünnem Karton, der in gleich große Streifen
geschnitten und an einem Ende „gebunden“, also
fest zusammengeklebt oder -getackert wird. Nun malen und
zeichnen alle einen einfachen Bewegungsablauf, z.B. ein
Punkt, der immer größer wird, die Sonne, die
am Horizont unter- und wieder aufgeht, eine Blume, die wächst
oder ein Luftballon, der aufgeblasen wird und zerplatzt
oder fortfliegt. Damit der Eindruck von Bewegung entsteht,
wird auf dem obersten, dem ersten Blatt beispielsweise ein
kleiner Spross gemalt, auf dem letzten dann die blühende
Blume. Auf den Zwischenblättern sind die einzelnen"Phasen"
des Wachstums zu sehen. Schritt für Schritt wird der
Spross größer, bekommt Blätter, bis am Ende
die Blume erblüht. Wird der Block dann zwischen Daumen
und Zeigefinger schnell hintereinander angesehen, entsteht
der Eindruck von Bewegung. Das Daumenkino ist fertig, die
Bilder sind animiert worden.
Jetzt wollen wir aber endlich einen ersten Film drehen.
Zunächst schauen wir uns gemeinsam die Kamera an. Die
Kinder setzen die Leerkassette und den Akku ein. Dann stellen
wir im Kameramenü die Funktion ein, die für die
Trickfilmarbeit großartig geeignet ist, der sog. FRAME-RECORD-Modus
(steht jeweils in den Bedienungsanleitungen der Kameras),
das ist nicht wirklich schwer.
Einige Kinder montieren nun die Kamera auf das Stativ und
verkabeln sie mit dem Fernseher. Die Kamera wird auf den
Tricktisch ausgerichtet. Durch diese „Direktübertragung“
können die Kinder auf dem Fernsehbildschirm sehen,
wie die Szene aussieht und wirkt. Nun legen wir uns noch
die Fernbedienung zurecht, denn beim Trickfilmen bedienen
wir die Kamera möglichst immer per Fernbedienung, damit
die Kamerastellung unverändert bleibt. Das Kamerateam
ist fertig, die Technik steht bereit für die Aufnahme.
Die Kinder haben parallel die Szenerie aufgebaut. Ein ganz
normaler Tisch dient ihnen als Tricktisch, auf dem die Figuren
agieren werden. Den Tisch haben sie an eine Wand geschoben.
Auf Stoffbahnen (Tapetenrollen sind auch möglich) wurden
„Hintergründe“ gemalt (Wald und Wiesenlandschaften,
Städte, das Meer, eine Mauer etc.). Eine Stoffbahn
wird an der Wand befestigt und über den Tisch gelegt.
Auf den Tisch setzen wir nun die Figuren, die in unserem
ersten Trickfilm die Hauptrolle spielen. Rechts und links
vom Tricktisch haben wir noch Stehlampen positioniert, damit
die Szene gut ausgeleuchtet ist.
Nun ist auch die Animationsgruppe startklar und alle Absprachen
sind getroffen. Zum Glück müssen wir beim Filmen
nicht still sein, denn der Ton spielt beim Trickfilmaufnehmen
zunächst keine Rolle, sind es doch nur Wortfetzchen,
die nebenbei aufgenommen werden. Der Ton muss später
auf das Videoband aufgenommen werden.
So, nun wird, wie wir es gelernt haben, Bild für Bild
aufgenommen. Ist die Kamera im "Pause"-Modus,
schieben die Kinder ihre Figuren ein wenig weiter. Sind
die Hände der AnimatorInnen wieder raus aus dem Bild,
wird wieder die Aufnahmetaste gedrückt. Die Absprachen
klappen hervorragend, Stück für Stück wird
die Geschichte gespielt, die vorher abgesprochen wurde.
Zwischendurch wechseln die Hintergründe und am Ende
filmen wir uns gegenseitig, damit auch alle wissen, wer
den Film eigentlich produziert hat! Ist der Film mit Titel
und Abspann in der Kamera, kann die Story vertont werden.
Unsere Kamera verfügt über eine Nachvertonungsfunktion
(AUDIO-DUB). Den fertigen Film haben wir uns viele Male
angesehen und uns die passenden Geräusche und Textpassagen
dazu ausgedacht und mehrfach „trocken“ geübt.
Heute ist der Tag der Tonaufnahme. Die Kinder versammeln
sich um das Kameramikrofon. Der Film ist zurückgespult
und AUDIO-DUB ist eingeschaltet. Zeitgleich zum Film sprechen
die Kinder ihre vorher ausgedachten Texte und nehmen dazugehörende
Geräusche und Hintergrundmusik auf. Klappt es beim
ersten Mal nicht, ist es kein Beinbruch. Dann machen wir
es eben noch einmal.
Der Film ist fertig. Die Vorführung ein Erfolg. Wir
haben schon eine neue Filmidee: Da es eine größere
Produktion ist, schreiben wir uns ein kleines Drehbuch.
Diesmal basteln wir unsere Figuren für unseren Legetrickfilm
selbst.
Hintergrundinfos:
In einer Trickfilmsekunde, die wir im Fernsehen ansehen,
sind manchmal 4 verschiedene Einzelbilder zu sehen. Das
ist irre viel! Um also eine Minute Film zu drehen, müssen
wir bis zu 240 Bilder „knipsen“. Das stimmt
zwar nicht immer, denn im Trickfilm gibt es auch „stille“
Momente, da bewegt sich gar nicht viel, aber vom Prinzip
her ist es so, dass je nach Kamera und Professionalität
eines Trickfilmes 4 Einzelbilder etwa eine 1 Filmsekunde
ergeben.
Noch einmal kurz etwas zur Kameratechnik: Eine Kamera
muss beim Filmen normalerweise über den Schalter
RECORD in die Aufnahmefunktion geschaltet werden. Durch
nochmaliges Drücken des RECORD-Knopfes geht die Kamera
zurück in den Pause-Modus. Beim Filmen - nehmen wir
das Beispiel der erblühenden Blume - müssen
wir dann die einzelnen "Phasen" abfilmen. Um
eine "fließende" Bewegung zu erzielen,
sollten die einzelnen Bilder möglichst in der gleichen
Länge abgefilmt werden. Das ist natürlich gar
nicht so einfach, innerhalb einer halben Sekunde die Kamera
schnell ein- und wieder auszuschalten. Einfacher wird
es, wenn die Kamera über einen sog. Animationsmodus
verfügt, der jeweils beim Anstellen der Kamera aktiviert
wird. Damit lassen sich ganz zeitgenau Einzelbilder aufnehmen.
Wie das funktioniert? Mit Hilfe des Animationsmodus geht
die Kamera automatisch zurück in die Pausestellung.
Also: die Kinder schalten nur einmal auf RECORD und nach
etwa einer viertel Sekunde (je nach Kamera) schaltet sich
die Kamera zurück in den Pausemodus, ganz von allein
und ganz exakt. Wer diese Kamerafunktion nicht hat, kann
auch Trickfilme drehen, keine Frage, dann muss halt möglichst
schnell hintereinander die RECORD- und die PAUSE-Taste
gedrückt werden.
weiterführende Links etc.:
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