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Praxis: Video
Anregungen und Ideen zur Videoarbeit in Kita und Hort (Methodenbausteine)
Warm werden! Als Einstieg in die Videoarbeit eignen sich z.B.:
- Gespräche über Fernsehvorlieben
- Malen einer beliebten Filmszene/einer LieblingsheldIn etc.
- Vorspielen einer Szene aus einer Lieblingsserie
Spiele ohne Kamera
Was habe ich denn im Sucher? – Papierrollen
als Kamerasucher
Leere Klopapierrollen dienen als Kameras bzw. als Kamerasucher.
Die Kinder sehen durch die Rollen und „filmen“
alles, was in ihr Blickfeld kommt: Gegenstände, die anderen
Kinder oder die Küche des Kindergartens. Dabei sollen
sie auch mal ganz nah herangehen an Gegenstände, schnelle
Schwenks ausprobieren oder den Abstand zwischen Kamerasucher
und Auge verändern, um damit den Bildausschnitt zu verändern.
Diese einfache Übung vermittelt, dass beim Filmen immer
nur ein Ausschnitt der Welt gezeigt werden kann und dass bei
einer Nahaufnahme andere Dinge zu sehen sind als bei einer
Totalen. Die Kinder sollen lernen, dass Bilder nicht zufällig
im Film erscheinen, sondern die Kamerakinder entscheiden,
was gefilmt wird.
Diese Übung lässt sich auch mit Pappkärtchen
durchführen, die in der Mitte mit einem quadratischen
Loch, dem „Kamerasucher“, versehen werden.
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„Menschliche“ Kamera – Aufnahme
ohne Kamera
Jeweils zwei Kinder tun sich zusammen. Ein Kind spielt eine
Kamera, genauer gesagt die Kameralinse, und das andere Kind
bedient die Kamera. Das Kamerakind führt die „Kameralinse“
mit geschlossenen Augen durch die Einrichtung. Durch das Antippen
auf die Schulter öffnet die „Kameralinse“
ihre Augen solange, bis wieder der „Aufnahmeschalter“
auf der Schulter gedrückt wird. Die erste Aufnahme ist
im Kasten (im Kopf des Kameralinsen-Kindes). Dann können
noch zwei, drei weitere Aufnahme gemacht werden, und anschließend
erzählt das Kind, was es „aufgenommen“ hat.
Das Kamerakind erfährt, ob es lange genug gefilmt hat
oder ob es möglicherweise die Kamera zu früh ausgeschaltet
hat. Die Übung kann dann mit vertauschten Rollen wiederholt
werden.
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Optisches Spielzeug
Die Herstellung von optischem Spielzeug – den Vorläufern
des Films – eignet sich besonders dann, wenn man sich
mit dem Thema Film und Kino beschäftigen möchte.
Mit einfachen Mitteln lassen sich optische Spielzeuge, wie
die Camera obscura, das Daumenkino, die Wundertrommel, das
Papierkino oder das Lebensrad, selbst von jüngeren Kindern
herstellen. Die Spielzeuge können als Bastelvorlagen
beim Deutschen Filmmuseum Frankfurt bestellt werden.
Kinder erleben, was eine optische Sinnestäuschung ist
und erfahren, wie Einzelbilder in Bewegung kommen. Darüber
begreifen sie annähernd, dass auch Filme aus Einzelbildern
bestehen und von Menschen für Menschen hergestellte Illusionen
sind. Zum Abschluss dieser Aktion geht es ins Kino und dort
natürlich in den Vorführraum mit den großen
Filmprojektoren, -spulen und -tellern. Es ist auch möglich,
einen 16mm Kinderfilm auf echten Filmrollen aus einer Bildstelle
(Medienzentrum) auszuleihen und einen Kinotag im Kindergarten
zu organisieren. Auf diesem 16mm Filmstreifen sind die Einzelbilder
zu sehen, das knüpft sehr schön an die Daumenkinos
und das Papierkino an. Die Projektoren (16 mm) können
im Medienzentrum gratis ausgeliehen werden. In der Regel muss
vorher ein Filmschein gemacht werden. Viel Spaß dabei!
Aufbauend auf die Arbeit mit den optischen Spielzeugen kann
mit Kindern ein Trickfilm hergestellt werden. Mit Hilfe von
Knete, gemalten Motiven oder anderen Gegenständen können
kurze Geschichten ausgedacht und animiert werden. Hierfür
kann auch die TrickboXX vom KiKa ausgeliehen werden, mit der
Legetrickfilme gedreht werden können.
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„’n Film ohne Kamera?“ –
Der Guckkasten
Die Kinder denken sich gemeinsam eine kurze Geschichte aus
oder nehmen ein vorhandenes Bilderbuch als Vorlage. Auf gleich
großen Papierbögen malt nun jedes Kind ein Szenenbild
zu dieser Geschichte. Die Bilder werden dann in chronologischer
Reihenfolge aneinander geklebt zu einem „Filmstreifen“
und durch einen „Guckkasten“ gezogen. Der besteht
aus einer Pappkiste, die aussieht wie ein leeres Fernsehgehäuse
mit Schlitzen für den „Filmtransport“. Der
Filmstreifen wird nun durch die Schlitze gesteckt und Bild
für Bild über den „Bildschirm“ gezogen.
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„…und nun die Nachrichten!“ –
Der begehbare Fernseher!
Ein selbst gebauter Pappfernseher oder ein altes Fernsehgehäuse
dient als Bühne für Rollenspiele. Die Kinder können
Nachrichten sprechen, Musik vorsingen, das Wetter ansagen
oder – in einem entsprechend großen Fernsehgehäuse
– ihr eigenes Fernsehwunschprogramm vorspielen. Diese
Aktivitäten können als Einstieg in ein Projekt eingebaut
werden oder im Projekt als ständiges Angebot zur freien
Verfügung stehen. Möglich ist es auch, z.B. mit
Hilfe einer Handpuppe, eine Art Talkshow im Fernsehen zu inszenieren.
Die Puppe interviewt die Kinder zu ihrem Lieblingsplatz im
Kindergarten oder dem Lieblingsbuch. Werden die Ergebnisse
zudem abgefilmt (Fernsehgehäuse mit aufnehmen, sieht
netter aus!) lassen sich die Ergebnisse gut für die Elternarbeit
weiter nutzen. Achtung, am besten ein Extramikrofon anschließen,
da manche Kinder gerade zu Projektbeginn oftmals sehr leise
sprechen.
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„Super, die Teletubbies können ja doch
richtig sprechen!“ – Nachvertonung
Eine kurze Filmsequenz, ein Videorekorder oder eine Videokamera
mit Audio-Dub- (also Nachvertonungs-) Funktion und ein Mikrofon
und schon kann es losgehen: Plötzlich können die
Teletubbies in ganzen Sätzen sprechen, Piccolo und Son-Goku
streiten sich über die Fußballergebnisse, und der
Börsensprecher berichtet traurig über den Verlust
seines Kuschelkissens.... Das ist sehr amüsant, und nebenbei
wird der Umgang mit der Technik vermittelt. Wie es geht? Den
Film bis zu der Stelle laufen lassen, die nachvertont werden
soll und den Rekorder auf PAUSE stellen, die AUDIO-DUB Funktion
drücken, das Mikrofon bereit halten und lossprechen,
wenn die PAUSE-Taste gelöst wurde. Am Ende der Szene
auf STOPP drücken und dann die Ergebnisse gemeinsam ansehen.
Hierbei erkennen die Kinder u. a., welche Auswirkungen Musik,
Geräusche oder Texte im Film haben können.
Tipp:
- Die Kinder können mit dem Kassettenrekorder losgehen
und Töne und Geräusche sammeln und aufnehmen,
die zu der Filmszene passen. Sie können die benötigten
Geräusche auch selbst erzeugen, z.B. Pferdegetrappel
mit Hilfe von Kokosnussschalen.
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Spiele mit der Kamera
Hurra, wir sind im Fernsehen! – Direktübertragung
Wenn die Kamera mit dem Fernseher verkabelt wird und das
Kamerabild auf dem Fernsehmonitor erscheint, so nennt man
das eine Direktübertragung. Als Einstieg in ein Videoprojekt
kann die Direktübertragung bereits aufgebaut sein. Sobald
die Kinder den Raum, das „Filmstudio“, betreten
und vor die Kameralinse kommen, sehen sie sich auf dem Fernsehmonitor.
Sie können nun ein bisschen ausprobieren, vor der Kamera
herumalbern oder Grimassen schneiden. Die Direktübertragung
eignet sich ebenfalls gut zum Ausprobieren der verschiedenen
Kameraeinstellungen, der Perspektiven, der Wirkung des Zooms
oder des Schwenks. Es kann immer ein Kind an der Kamera agieren,
während die anderen die Experimente und Aktionen auf
dem Monitor verfolgen.
Tipps:
- Für die Verbindung der Kamera mit dem Fernseher
ein langes Kamerakabel organisieren, das mitgelieferte ist
meistens sehr kurz. Dann ist der Bewegungsspielraum beim
Ausprobieren der Kamera während der Direktübertragung
größer!
- Wenn die Übungen nicht gefilmt werden, sollte die
Videokassette auch noch nicht eingelegt werden, das schont
den Videokopf und zudem stellt sich die Kamera nicht in
den Stand-By-Modus. Der Modus schaltet sich immer dann nach
ein paar Minuten ein, wenn keine Aufnahme erfolgt. Bei den
Übungen muss aber nicht unbedingt gefilmt werden.
- Eine Handpuppe als „Kameraassistenz“ kann
sehr hilfreich sein, sie kann Fragen stellen und die Kinder
so animieren, mitzudenken.
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„Guten Tag, liebe Zuschauenden…“
– Kinder in der Kiste!
Die Kamera ist (in einem Extraraum) aufgebaut und aufnahmebereit.
Jedes Kind hat nun die Möglichkeit, endlich einmal das
„im Fernsehen“ zu sagen, was es immer schon mal
loswerden wollte. Dazu geht immer ein Kind in den Raum und
setzt sich auf einen vorbereiteten Stuhl oder Sessel vor die
Kamera. Die Erzieherin richtet die Kamera aus, z.B. auf Gesicht
und Oberkörper. Nun erhält das Kind eine Aufgabenstellung
„Was siehst du am liebsten im Fernsehen und wieso!?“
Die Kinder erhalten die Fernbedienung, deren Handhabung
kurz erläutert wird. Die Erzieherin verlässt den
Raum. Die Kinder stellen die Kamera an, sprechen ihre Sätze
und stellen die Kamera wieder aus. Die Aufnahmen werden dann
hintereinander angesehen. Bei jüngeren Kindern kann gemeinsam
mit allen Kindern in einem Raum aufgenommen werden, dann fühlen
sie sich sicherer.
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1000 Kabel, 1000 Knöpfe – Technik kennenlernen
Alle möglichen technischen Geräte und Zubehörteile,
die für das Videoprojekt benötigt werden, sind bereitgestellt:
ein Fernseher, eine leere Videokassette, ein Stativ, die Kamera
mit Ladegerät, Akkus und Kabel liegen im offenen Kamerakoffer
und ein externes Mikrofon liegt auch daneben. Gemeinsam wird
überlegt, wie die Apparaturen heißen, wofür
sie benötigt werden und wie sie zusammengesteckt werden
müssen. Wird ein Teil richtig benannt: „Das hier
ist die Kamera!“, dann kann dieses von einem Kind hochgenommen
und der Runde gezeigt werden. So wird gemeinsam Stück
für Stück Technik beschrieben und aufgebaut. „Was
ist denn das?“ „Ein Mikrofon!“ „Und
wozu brauchen wir das?“ „Zum Sprechen!“
Am Ende sollte die Kamera auf dem Stativ stehen, eine Kassette
eingelegt und mit dem TV verbunden sein. Nun kann die Kamera
angestellt werden, und der nächste Schritt kann beginnen!
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Ein kleines Bilderrätsel – Schulung
des Blicks und Umgang mit der Kamera
Es werden Gruppen gebildet. Die erste Gruppe zieht mit der
Kamera los (wenn zwei Kameras zur Verfügung stehen, können
natürlich zwei losziehen). Jedes Kind sucht sich nun
ein Detail an einem Gegenstand oder an einer Person, z.B.
eine Fahrradschraube, die Struktur eines Schwamms, das Auge
eines Kindes, und filmt dieses. Dabei muss, damit das Detail
auch ganz nah noch scharf abgebildet wird, der Zoom auf „Weit“
eingestellt sein (oder die Kamera, sofern sie die Funktion
besitzt, auf Makroaufnahme). Die Kamera wird dann so nah wie
möglich an das Objekt gehalten. Dann wird die Aufnahme-Taste
gedrückt, und das Detail wird ca. 5–10 Sekunden
aufgenommen.
Nun die Kamera nicht ausmachen, sondern „zurückfahren“
und zwar nicht mit dem Zoom, sondern tatsächlich die
Linse von dem Detail entfernen, bis der ganze Gegenstand zu
sehen ist (Auflösung). Haben alle ein Rätsel gefilmt,
werden die Aufnahmen der anderen Gruppe vorgespielt. Eventuell
beim Ansehen des Rätsels die Pausetaste drücken,
sonst ist möglicherweise die Ratezeit zu kurz!
Die Kinder üben hier ihre Wahrnehmung und ihren Kamerablick,
das Halten, Scharfstellen und das An- und Ausschalten der
Kamera.
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„Du siehst aber riesig aus!“ –
Einstellungen, Perspektiven, Schwenks und ihre Wirkung
Die Grundlagen der Filmsprache wie Perspektiven (Frosch-,
Normal-, Vogel) oder Einstellungsgrößen (z.B. Detail,
Nah, Halbnah, Halbtotale, Totale) oder auch Schwenks lassen
sich gut in der Gruppe und gut per Direktübertragung
erklären.
Um die verschiedenen Einstellungen aufzuzeigen, ist die
Kamera beispielsweise auf das Gesicht eines Kindes/einer Erzieherin
gerichtet – in einer Nahaufnahme. Die anderen Kinder
schauen auf den Monitor, und die Erzieherin wirkt verwundert:
„Da ist ja nur ein Kind zu sehen, komisch, ich dachte
hier sitzen ganz viele herum, wie kommt denn das!?“
Die Kinder werden nun dazu angeregt, das Problem zu lösen,
sie rufen: „Einen größeren Fernseher kaufen!“
oder „Am Zoom drücken!“. Schritt für
Schritt wird klar, dass wir selbst die Kamera einstellen müssen
und insofern entscheiden (können), was die Kamera „sieht“
und was dann letztlich auch später im Film zu sehen ist.
Auch die Wirkung unterschiedlicher Perspektiven lässt
sich per Direktübertragung anschaulich demonstrieren.
Es gibt folgende Perspektiven:
- Normalperspektive: Augenhöhe, mitten im Geschehen.
Übliche Sehgewohnheit.
- Froschperspektive: von unten herauf filmen. Person erscheint
furchterregend, mächtig, überlegen.
- Vogelperspektive: von oben herab filmen. Person erscheint
klein, unterlegen.
Ein Kind stellt sich mit der Kamera auf einen Stuhl und
filmt ein anderes Kind von oben „Wie sieht das aus?,
Wie wirkt das denn?“ „Ganz klein und hilflos,
fast ängstlich!“ Dann wechseln die Kinder ihre
Positionen, und es wird von unten gefilmt, und nun schaut
das Kind „Wirklich riesig und sogar bedrohlich aus!“.
Falls eine Handpuppe zur Stelle ist, z.B. eine kleine, lieb
ausschauende Schnecke, kann auch diese einmal von unten in
einer Großaufnahme aufgenommen werden. Um die Wirkung
noch zu verstärken, bekommt die schauspielernde Schnecke
noch Plastik-Vampirzähne verpasst, und sie fängt
an zu grunzen und, was passiert? Dann wird die Schnecke, die
in Wirklichkeit – ohne Schminke und Verkleidung –
ganz süß aussieht, zum kleinen Monster.
Beim Schwenk ist auch ein Kind an der Kamera, und ein anderes
Kind geht einige Meter vor der Kamera hin und her (schön
langsam). Das Kamerakind versucht nun, das andere Kind im
Sucher „einzufangen“. Ein Kind kann zudem noch
„Regieanweisungen“ geben: „Mehr links filmen,
jetzt mehr rechts filmen…gut so!“ Und wie wirkt
es eigentlich, wenn ich direkt und zügig auf die Kamera
zugehe? Oder normal gehend an ihr vorbeiziehe?
Vertiefung:
Um eine solche filmsprachliche Einheit zu vertiefen, kann
z.B. am nächsten Tag gemeinsam ein kurzer Filmausschnitt
angesehen werden. Die Kinder können, wenn sie eine besondere
Einstellung oder Perspektive erkennen, „Stop!“
rufen, und das Bild wird mit der PAUSE-Taste gestoppt. Dann
können Bemerkungen abgeben werden. So lassen sich auch
gruselig wirkende Bilder gut bearbeiten, da sie in ihre filmsprachlichen
Elemente zerpflückt werden. |
„Hey, ich kann ja zaubern!“ –
Stopp-Trick
Die Kamera steht auf dem Stativ, dieses darf beim Stopptrick
auf gar keinen Fall bewegt werden, ebenso darf an der Kameraeinstellung
nichts verändert werden, da sonst der Zaubertrick nicht
„funktioniert“. Eine kleine Szene wird inszeniert,
z.B. zwei Kinder unterhalten sich. Das eine wünscht sich
so sehr ein Stoffhäschen. Das andere Kind kann zaubern,
welch ein Glück. Dreimal den Zauberstab geschwenkt und
den Zauberspruch ausgesprochen „Hokus Pokus Simsalabim“
und „Paff!“… Nun dürfen sich beide
Kinder nicht mehr bewegen, und die Kamera wird ausgestellt.
Ein „Requisitenkind“ setzt dem einen Kind das
ersehnte Stoffhäschen auf den Schoß. Nun wird die
Kamera wieder angestellt, und auf ein Zeichen spielen die
Kinder ihre Szene weiter. Die Freude ist groß über
das hergezauberte Stofftier, da hat ja tatsächlich jemand
magische Kräfte, oder? Die Wünsche und die Zaubereien
können endlos fortgesetzt werden. Kinder können
sich auch ganz wegzaubern lassen, sich einen Hut wünschen
oder sich wünschen, ein anderes Kind oder selbst ein
Stofftier zu sein.
Mit Hilfe des Stopptricks lässt sich natürlich
auch ein toller Trickfilm erstellen. Da wird zwar niemand
weggezaubert, dafür werden mit viel Geduld Plüschtiere
oder Knetfiguren plötzlich „lebendig“. Bei
der Trickfilmerstellung ist es sehr hilfreich, den Animationsmodus
zu verwenden, da das Trickfilmen damit viel einfacher ist,
der Film „flüssiger“ wird und der Schnitt
eigentlich gar nicht mehr nötig ist.
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Ein ganz kurzer Kurzfilm – Drehen auf Anschluss
Nur für ältere Kinder geeignet, ca. ab 8 Jahre.
Jede Gruppe erhält eine Karte mit einer Situationsbeschreibung,
z.B. ein Kind hat Durst, geht in die „Küche“,
gießt sich einen Saft ein und trinkt. Oder: Ein gelangweiltes
Kind ruft eine Freundin an, die beiden verabreden sich zum
Spielen und treffen sich auf dem Spielplatz.
Diese Situation soll in 6 bis maximal 8 Einstellungen gefilmt
werden und zwar ohne Pausen, Patzer und Regieanweisungen,
sodass keine Nachbearbeitung (kein Schnitt) mehr nötig
ist. So muss beim Filmen auf die passenden Anschlüsse
zwischen den Einstellungen geachtet werden. Die Zeit für
die Planung und den Dreh ist auf 30 Min. begrenzt. Die Gruppen
müssen dabei überlegen, welche Bilder /Szenen notwendig
sind, um die kurze Geschichte zu erzählen und welche
Einstellungen/ Perspektiven sie dazu verwenden wollen. Dann
wird gedreht. Anschließend gucken sich alle die entstandenen
Kurzfilme gemeinsam an, wobei die anderen Gruppen jeweils
raten können, welche Situationsbeschreibung vorgegeben
war, und ob die Gruppe ihre Geschichte gut erzählt hat.
Diese Übung für ältere Kinder eignet sich
hervorragend, um den Unterschied zwischen Echt- und Filmzeit
zu erkennen. Die Kinder verstehen, dass Filme nie die Realität
ganz zeigen, sondern nur Ausschnitte von ihr: So wird z. B.
der Weg der Kinder zum Spielplatz nur ganz kurz gefilmt, wohingegen
der echte Weg eine halbe Stunde dauern würde. Möglicherweise
ist auch kein Spielplatz in der Nähe, aber die Schaukel
am Baum reicht ja auch aus, um die Illusion eines Spielplatzes
zu erzeugen.
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„Kann ich bitte mal was fragen!?“ –
Interview-Übungen
Zwei Kinder sind an der Kamera: Das eine bedient die Kamera
und ist für ein „gutes Bild“ verantwortlich
und das andere kontrolliert über einen Kopfhörer
den Ton und passt auf, dass das Kabel nicht aus der Kamera
gezogen wird. Vor der Kamera steht ein Mikrofonkind (Interviewer/in),
und auch die zu interviewenden Kinder stehen bereit. Die Themenwahl
ist unbegrenzt, es geht z.B. um Tiere, Essen, Freundschaft.
Die Kinder müssen es hinkriegen, dass das Mikro stets
auf das sprechende Kind gerichtet ist. Ein Kind kann auch
ein anderes zu einem Thema befragen oder mit mehreren Kindern
eine Umfrage machen, z.B. „Was siehst du am liebsten
im Fernsehen?“
Tipp: Die meisten Kameras haben ein integriertes Mikrofon,
dies ist in der Regel nicht ausreichend, um Interviews verständlich
aufzunehmen. Daher auf jeden Fall ein Mikro nehmen und beim
Kamerakauf darauf achten, dass die Kamera einen Mikroeingang
hat!
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„Licht aus, Spot an!“ – Licht
im Film
Ohne Licht würden wir nichts sehen können. Auch
im Film spielt das Licht eine wichtige Rolle und schafft Atmosphäre
oder „zerstört“ eine Szene. In der Regel
sollte nicht mit Gegenlicht gefilmt werden, es sei denn, das
grelle Licht ist ein Stilmittel oder bewirkt eine gewünschte
Irritation bzw. lässt Wesen „entstehen“,
die wir sonst nur schwer filmen könnten wie z.B. eine
erleuchtete Elfe. Grundsätzlich sollten die Kamerakindern
mit dem Licht filmen, d.h. die Sonne steht ihnen immer im
Rücken, oder auch das Fenster sollte immer hinter der
Kamera sein, sonst kann es passieren, dass durch das Gegenlicht
nichts zu erkennen ist. Die Kinder erhalten die Aufgabe, eine
Szene z.B. zu hell, zu dunkel, mit viel Schatten etc. zu filmen.
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Nimm drei! – Geschichten erfinden
Ein bisschen Vorbereitung ist notwendig: Es werden drei
Kästen mit Karteikarten angelegt, auf denen Begriffe
aus unterschiedlichen Kategorien (z.B. Orte, Personen, Handlungen)
stehen.
Dann werden Gruppen gebildet, und jede Gruppe zieht jeweils
eine Karte aus jeder Kategorie: z.B. Bäckerei –
Bibi Blocksberg – schmatzt. Auf der Grundlage dieser
drei Begriffe soll nun eine kurze Geschichte erfunden und
später vorgetragen werden.
Die erzählten Geschichten können anschließend
als Drehbuchvorlage dienen.
Ein paar Beispiele für die genannten drei Kategorien:
Ort |
Person |
Handlung |
Spielplatz
|
Polizist
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schwimmt
|
Mond
|
Bibi Blocksberg
|
schmatzt
|
Kreuzung
|
Boxerin
|
schläft
|
Afrika
|
Blumenverkäufer
|
stinkt
|
Achterbahn
|
Vampir
|
hustet
|
Kofferraum
|
Einbrecherin
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fällt um
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Kuschelecke
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Sängerin
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schreit
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Jackentasche
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Harry Potter
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weint
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Balkon
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Schauspielerin
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kichert
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Schwimmbad
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Ernie
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versteckt sich
|
Kühlschrank
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Ronja Räubertochter
|
zaubert
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Tipp:
Für die drei Kategorien sollten verschiedene Karteikartenfarben
verwendet werden, und jede Kategorie kann dann farblich noch
mal abgestuft werden je nach Altersgruppe. Dann können
leicht Karten aussortiert werden, die für bestimmte Altersstufen
nicht geeignet sind. |
„Heute bin ich mal ’ne Clownin!“
– Improvisations- und Schauspielübungen
Rollenspiel, Pantomime und Tanz sind wichtig, um die eigenen
Ausdrucksformen zu stärken und zum gewollten Ausdruck
in einer Bewegung, Gestik oder Mimik zu kommen. Hier bieten
sich eine Reihe von Vorübungen an, mit deren Hilfe Kinder
spielerisch lernen, sich verbal und nonverbal auszudrücken,
z.B.:
- Stopp-Tanz: nach dem Ausschalten der Musik wird die Bewegung
eingefroren.
- Isolationsübungen: (mit oder ohne Musik) Kopf, Schulter,
Arme, Becken, Wangenmuskulatur usw. werden auf Zuruf einzeln
bewegt.
- Improvisationsübungen: Zwei Hexer, Clowns, Gnome,
Riesinnen begegnen und unterhalten sich... an der Bushaltestelle,
im Kaufhaus, am Flughafen, beim Frühstück etc.
- Bewegungsimprovisation/Mutation: Nach einer bestimmten
Musik werden pantomimisch Aufgaben gelöst, z.B. die
Mutation von einem hässlichen und zusammengekauerten
Monster zu einem schönen, kraftvollen und großen
Wesen oder von einem verspielten Welpen zu einem alten,
gebrechlichen Menschen.
- Ausdrucksübungen: Gefühle wie traurig, fröhlich,
ängstlich, aggressiv etc. werden gespielt.
Die Szenen können in Kleingruppen vorbereitet werden
oder aber auch als Aufwärmübungen oder als spontane
Spiele zwischendurch angeboten werden. Eine Verkleidungskiste
mit Requisiten unterstützt die Spielfreude und den Einfallsreichtum.
Schauspiel und Zuschauen können sich abwechseln. Die
Präsentation kann auch als Ratespiel inszeniert werden.
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Ein völlig verdrehter Film! – Filmschnittübung
Ein Film muss nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge
gedreht werden, wenn er später noch geschnitten wird.
Aber, wer weiß denn, was Schneiden eigentlich ist? Damit
die Kinder eine Vorstellung davon haben, was Filmschnitt eigentlich
bedeutet und bewirkt, kann eine kurze Filmschnittübung
gemacht werden. Diese kann sogar vor dem eigentlichen Filmen
(bei längeren Produktionen) hilfreich sein, denn die
Kinder haben eine bessere Vorstellung davon, was nach den
Filmaufnahmen noch gemacht werden muss, bis ein Film endlich
fertig gestellt ist.
Ein bisschen Vorbereitung ist nötig, denn ein kurzer
Film muss zunächst in einer falschen Reihenfolge aufgenommen
werden. Dazu eignen sich Bilderbücher ganz gut, Geschichten,
die die Kinder kennen, z.B.: „Die kleine Raupe Nimmersatt“.
Die Kinder sollen dann die richtige Reihenfolge festlegen
und die Szenen dann in der richtigen Reihenfolge von einem
Rekorder (oder einer Kamera) auf einen anderen Rekorder kopieren.
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